Motorradtuning von ABP-Racing
Motorradtuning von ABP-Racing
Tuningfachbetrieb für Motorrad- und Quadumbauten
Tuningfachbetrieb für Motorrad- und Quadumbauten

Auszüge aus dem Testbericht in der Zeitschrift Enduro 11/12

"... Wenn es um seriöses Tuning mit überzeugendem Resultat geht, dann zählt ABP-Racing im schwäbischen Dettenhausen bei Stuttgart schon seit Jahren zu den allerersten Adressen.
Nicht selten lieferferten ABP-Produkte in Enduro eine begeisternde Vorstellung. Begeisternd nicht nur im Hinblick auf ein effizientes Ergebnis, sondern auch im Zusammenhang mit der erstklassigen handwerklichen Ausführung. Das ist gewissermaßen die persönliche Handschrift von Chef Ralf Welzmüller, seines Zeichens Kfz-Meister, der inzwischen auf fast 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt und seit rund 16 Jahren bei ABP verantwortlich ist.

Der durchweg positive Eindruck von den Arbeiten und der Arbeitsweise dort spiegelt sich auch wider beim Blick in die blitzsaubere Werkstatt, die mit einem für Zweirad-Verhältnisse wohl einzigartigen Maschinenpark ausgestattet ist: Neben gepflegten Dreh- und Fräsmaschinen sowie modernsten Maschinen zur Ventilsitzbearbeitung steht hier auch eine Flow-Bench, eine Strömungsbank, mit der sich der Gasdurchsatz im Zylinderkopf vor und nach der Bearbeitung messen lässt. Und natürlich fehlt auch der Leistungsprüfstand nicht.

Plan-Objekt war diesmal eine Yamaha XT660X, deren Einzylinder bekanntlich identisch ist mit dem Motor der beiden Enduro-Varianten 660R und Ténéré. Kein Geheimnis ist es auch, dass dieses Triebwerk nicht gerade durch eine explosive Leistungsentfaltung glänzt, sondern eher in die gutmütige Sparte gehört. Gleichwohl wird die XT seit ihrem Erscheinen im Frühjahr 2004 über die Jahre hinweg kontinuierlich verkauft und europaweit gibt es eine große Fan-Gemeinde.

Gewünscht wurden letztlich mehr Dampf aus dem Keller, mehr Schub in der Mitte und mehr Drehfreudigkeit oben. Bei allen dafür zu ergreifenden Maßnahmen mit einer deutlichen Anhebung des Drehmoments bereits im unteren Bereich blieben als oberstes Ziel die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit und die Standfestigkeit. Alles Grund genug für ABP, sich die Yamaha vorzunehmen - um mit möglichst geringem Aufwand für ansprechende Fahrleistungen und auch für eine zeitgemäße Optik des prinzipiell schon serienmäßig schön gemachten Motorrads zu sorgen.

Zur Tuning-Aktion selbst:
Mit verschiedenen Nockenwellen aus dem Zubehörhandel wurde zwar experimentiert, vor allem im Hinblick auf die gewünschte Leistungsentfaltung im untersten Drehzahlbereich beließ man es jedoch letztendlich beim Serienteil. Selbst der serienmäßige Kolben blieb mit Blick auf die uneingeschränkte Haltbarkeit im Motor.
Als entscheidende Maßnahme zur Drehmoment- und Leistungssteigerung ist die Bearbeitung des Zylinderkopfs zu sehen, zumal der XT-Kopf laut ABP im Bereich der Ventilsitze gewisse leistungsrelevante Defizite aufweist. Die Kur, bei ABP gewissermaßen tägliches Brot, brachte um zwölf Prozent höheren Gasdurchsatz, gemessen auf der Flow-Bench.

Da jedes Tuning vom Zusammenspiel der einzelnen maßgebenden Komponenten lebt, entwickelte man bei ABP einen Leistungskrümmer aus Edelstahl speziell für den XT-Motor. Allein hierzu waren auf dem hauseigenen Leistungsprüfstand zahlreiche Versuche mit verschiedenen Durchmessern und Rohrlängen notwendig. Das käufliche Endprodukt bringt nicht nur ein Leistungsplus, sondern sorgt nach ABP-Angaben auch für eine thermische Entlastung des Triebwerks.
Als sinnvolle Ergänzung kommen noch zwei auswaschbare DNA-Filter zum Einsatz, die für eine wünschenswerte Luftzufuhr sorgen.
In Verbindung mit der ebenfalls auf dem Prüfstand durchgeführten Software-Anpassung des Einspritzsteuergeräts sind sie mitverantwortlich für eine deutliche Leistungsanhebung.

Und bei den Schalldämpfern entschied man sich für die bekannt hochwertigen Produkte vom slowenischen Hersteller Akrapovic. Diese E-geprüften Titan-Dämpfer gefallen neben äußerst geringem Gewicht mit ihrem angenehm satten Sound.

Durch diese vergleichsweise wenigen, aber offenbar effizienten Maßnahmen konnten auf dem Prüfstand ein Drehmoment-Zuwachs von 8,3 Nm und ein Leistungsplus von 8,7 PS dokumentiert werden. Am Messdiagramm können so 59,6 PS und 74,1 Nm abgelesen werden, die dazugehörende Drehzahl jeweils nur unwesentlich höher als im Serienzustand. Dabei ist keineswegs eine spitze Charakteristik zu erkennen, sondern die neuen Kennlinien sind im Verlauf den Serienkurven sehr ähnlich, liegen aber im gesamten Bereich deutlich darüber.

Zur optischen Abrundung erhielt die Yamaha als Ersatz für die 4,5-Zoll-Hinterradfelge ein 5,5 Zoll breites Exemplar, wie in der Serie ebenfalls von der Marke Excel. Ein sportlich gestylter Heckumbau mit zulässigen Miniblinkern verleiht dem Ganzen noch eine besondere Note.

Fahrprobe:
Erstmal durch den Ort. Bei Stadttempo ist keinerlei Nachteil gegenüber dem Serien-Aggregat zu verzeichnen. Auch im unteren Drehzahlbereich kein Hacken beim Beschleunigen, runder Motorlauf auch bei niedrigen Drehzahlen - genau wie in der Serie. Das fühlt sich alles ganz entspannt an.
Dann hinaus aus dem Ort, in weiten Kurven leicht bergauf. Schön, wie der Einzylinder jetzt am Gas hängt und jede Drehung mit der rechten Hand spontan in Schub umsetzt. Kräftiger Antritt bei mittlerer Drehzahl, deutlich mehr Leben im oberen Bereich, bis der Drehzahlbegrenzer bei etwas mehr als 7000/min abriegelt.

Und jede Aktion akustisch untermalt vom typischen Akrapovic-Sound. Nicht aufdringlich, schon gar nicht aggressiv, sondern echt Einzylinder, echt Motorrad. Mit sauberer Gasannahme schiebt der Einzylinder jetzt aus den Ecken und der Drehmoment-Zuwachs sorgt zumindest in den unteren Gängen stets für ein leichtes Vorderrad.

Keine Frage, da kommt Begeisterung rüber, das fühlt sich nach modernem Einzylinder an. Kein Zweifel auch: Durch die ABP-Prozedur hat die XT660 enorm gewonnen. Die ursprüngliche Trägheit ist wie weggeblasen, der Motor kann das Leistungsplus gut brauchen, jetzt hat er doch ein gewisses Feuer. Nicht rabiat, nicht überfallartig, sondern schön dosierbar, nach wie vor mit wünschenswerter Laufkultur - eigentlich perfekt.
Rund 60 PS aus dem gebotenen Hubraum präsentiert mit sportlicher Rasanz, aber nach wie vor kultiviert - so könnte ich mir meinen Wunsch-Einzylinder vorstellen..."
(Norbert Bauer)

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